Der Rucksack der Frauen lastet auf der Rathausstiege

Unbezahlte Mehrbelastung hat wirtschaftliche Nachteile zur Folge!

"Der Rucksack der Frauen

Frauen bringen deutlich mehr Zeit für unbezahlte Care-Tätigkeiten auf. Es ist Zeit,  die ihnen für die Erwerbsarbeit fehlt. Leider zählt für viele nur Erwerbsarbeit als richtige und produktive Arbeit.  Die mehrheitlich von Frauen geleistete Sorgearbeit gilt bestenfalls als «reproduktiv» und bleibt meist unsichtbar. Dies wirkt sich nachteilig auf das Gehalt, die Arbeitsmarktsituation,  Karriereentwicklung und daher auch auf die Alterspension aus. Gleichzeitig verringert sie die  verfügbare Freizeit und reduziert die Regeneration. Dieser zusätzliche Stress belastet die Gesundheit.
Unbezahlte Sorgearbeit, die sogenannte Care-Arbeit, umfasst die unzähligen Tätigkeiten die zur Versorgung von Menschen notwendig sind, wie Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Einkaufen, Putzen, für passende Kleidung sorgen, Arzttermin wahrnehmen, Hol- und Bring-Dienste zu Schule und Kindergarten und Freizeitaktivitäten, Essen einkaufen und kochen, Wäsche waschen. Zusätzlich lastet die Denk- und Organisationsarbeit im Unternehmen Familie, auch Mental Load bezeichnet, zum überwiegenden Teil auf den Schultern einer Person – meistens der Frau. Mental Load beinhaltet das Erkennung, welche Tätigkeiten anstehen und deren Planung, sowie die Verantwortung für das Gelingen der Durchführung.
Wichtig sind eine Gleichstellung von Arbeitsbedingungen und Bezahlung, sowie eine bessere Aufteilung der Belastungen. Es erfordert ein Umdenken dieser stereotypen Vorstellungen, dass Care-Arbeit und Mental Load primär Aufgaben der Frauen wären. Es ist falsch, wenn Frauen schlechtbezahlten Teilzeitbeschäftigungen nachgehen müssen, um unbezahlte Dienstleistungen erbringen zu können.